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Leisewit.

Der først. Ungarisch Wasser, Herr Kammers herr!

Kammerherr. Ich - ich — habe nichts bei mir.

Fürst. Sie find ein Freigeist; und haben in der Gespensterstunde tein ungarisch Wasser !

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H e r o ide n.

D vid.

Ovid.

Wenn Ovið auch nicht der erste Erfinder dieser Dichs tungsart seyn sollte, wie bei der fast durchgångigen Nachaha mung griechischer Dichter von den römischen kaum zu vers muthen fiebt; so find doch seine poetischen Briefe, die er als von, mehrentheils weiblichen, Personen des heroischen Zeits alters geschrieben voraus feßt, die einzigen uns übrigen Stús de des Alterthums in dieser Gattung; und durch jenen zus fälligen Umstand haben solche Briefe, den, nicht einmal gang treffenden, Nainen der heroiden erhalten. Die einzige dritte Elegie im vierten Buche des Properz, vun der Ares thusa an den Lyfotas gerichtet, konnte man ausserdem noch hieber rechnen. Mit Recht bemerkt warton (Essay on Pope, Vol. I. p. 297.), daß die Heroide vor der gemdhnlichen Elegie durch ihr Dramatisches einem großen Vorzug des Jus teresse gewinne. „Sie ift, sagt er, im Grunde nichts anders, als ein leidenschaftliches Selbstgespräch, worin die Seele den Leiden und Regungen, worunter fie arbeitet, freien Lauf giebt; dadurch aber, daß sie an eine besondre Person ges fchrieben und gerichtet wird, gewinnt fie einen Grad von Schicklichkeit, welcher dem schönsten Selbfgespr&ch cines Trauerspiels immer noch abgeht.“ Dom Ovið haben wir ein und zwanzig solcher Briefe, die, bei aller Gleichförmigs keit ihres Inhalts, und ihrer oft zu großen Wusführlichkeiten, doch immer viel Schönheit des Ansbrucks und der leidens schaftlidien Schilderung baben. Schade nur, daß auch hier

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diefer

Ovid.

dieser Dichter nicht selten in den ihm gew:hnlichen Fehler einer zu großeu Ueppigkeit des Wißes, und einer zu großen Vorliebe für Bilder, Gleichnisse, und Antithesen verfällt. Der zehnta, hier zur Probe gewählte, Brief ist unstreitig eis ner der schönsten, obgleich nicht ganz frei von den ro eben bes merkten angeln. Dan vergleiche Durch's Stritif darüber, in seinen Briefen zur Bildung des Geschmad's. N. Aufl. Th. III. Br. XVII.

ARIADNE THESEO.

Mitius inveni, quam te, genus omne ferarum,

Credita non ulli, quam tibi, peius eram.
Quae legis, ex illo, Theseu, tibi litore mitto,

Unde tuam fine me vela rulere ratein.
In quo me fomnusque meus male prodidit, et tu,

Per facinus lomnis infidiate meis.
Tempus erat, vitrea quo primum terra pruina

Spargitur, et tectae fronde queruntur aves.
Incertum vigilans, a fomno languida, movi

Thesea prenfuras femifupina inonus.
Nullus erat: referoque manus, iterumque retento,

Perque torum moveo brachia: nullus erat.
Excullere metus fomnum; conterrita surgo :

Membraque sunt viduo praecipitata toro.
Protinus adductis fonuerunt pectora palmis:

Utque erat e fomno turbida, rapta coma eft.
Luna fuit: fpecto, fi quid, nisi litora, cernam.

Quod videant oculi, nil, nifi litus, habent.
Nunc huc, nunc illuc, et utroque, fine ordine,

curro.
Alta puellares tardat arena pedes.
Interea toto clamanti litore: Theseu!

Reddebant nomen concava faxa tuum:
Et quoties ego te, toties locus ipfe vocabat.

Ipfe locus miserae ferre volebat opem.
Mons fuit; apparent frutices in vertice rari:

Hinc fcopulos raucis pendet adefus aquis.

Ascendo

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