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des lateinischen Sprachschatzes aus den comikern erwünscht sind, so mislich ist es solche aus späten scholien zum Terenz zu entnehmen; wenn aber auch ein seruicus (seruus) 'nach analogie von ciuicus (ciuis)' existiert hätte, so ist doch die andere frage, ob es lateinisch wäre zu sagen quod in plurimis comoediis ciuicum (bürgerart) est. die züge der hs. sind zwar etwas verloschen und lassen sich allenfalls mit der U.schen deutung vereinigen, fügen sich aber leichter zu der offenbar echten fassung des scholions: ,quod in plurimis comediis (so) scribtum est. das neue wort seruicum schwindet somit wieder aus dem Sprachschatze.

Zu I 1, 12 liest man bei U. folgende definition des amor: amor uero incitât amens \ [et est] ] hominis furor praesens mentís sanitates] | nudatus. nam nescit fixum habere") consilium], qui amore fit uagus. die worte amor incitât amens sind völlig unverständlich; der léser wird von selbst die worlableilung gemacht haben, welche die züge der hs. ebenso gut zulassen: amor vero incítala mens [est ueí] hominis furor praesens mentis sanitate nudatus. das verbum nudare kann unmöglich mit dem genetiv verbunden werden, und selbst wenn die züge des codex hart am rande, welche ebenso gut die form sanitate wie die form sanitatis zulassen, uuabweislicb auf saniialis führten, so würde die endung doch nur als verschreibung wegen des unmittelbar voraufgehenden genetivs mentis aufzufassen sein, in dem gleich darauf folgenden eilat aus Verg. ecl. 2,68, welches im codex als besonderes scholion geschrieben ist, ist quis enim modus adsit amant i wol nur Schreibfehler U.s statt amori, wie die hss. des Verg. geben und auch A hat.

Zu I 1, 31 steht vor stoieorum über der zeile noch ein undeutliches hi oder in, das wol nichts weiter bedeutet, histoieorum oder instoicorum steht wol nur statt isloicorum mit häufigem vulgärlateinischem verschlag eines i im eingange der mit st sp usw. beginnenden Wörter; sonst könnte es auf ein irtümlich versuchtes historicorum deuten.

Zu 1 1, 34 steht bei calamitas einmal als interlinearglos.se euersio; am rande stehen dann ferner wenige in den zeilenanfängen verstümmelte fragmente eines scholions, das U. beispielsweise so ergänzen will: calamitas'] [damnum per tem]pora. damnum sa[ne . .] | trus? esse putat si quid [Uli do]\minus donat. bei der Vermutung damnum per témpora ist vielleicht an das Donatische scholion zu dieser stelle gedacht, in welchem es heiszt: proprie calamitatem rustici grandinem dieunt, quod comminuat calamum usw. die worte damnum per témpora lassen sich doch aber nimmermehr in dem sinne von 'schaden durch unwetter' erklären; diese bedeulung kann témpora nie haben; welche andere bedeulung der hg. gemeint hat, vermag ich nicht zu erra then, wie ferner bei dieser oder einer beliebigen andern bedeutung der nächste salz durch sane angeknüpft werden kann, falls dies wort nicht ganz müszig dastehen

11) der codex schreibt, wie oft, obere, mit senkrechten strichen bezeichne ich hier und im folgenden Zeilenenden resp. -anfange, die ан den jetzt beschnittenen rand des blattes grenzen.

soll, leuchtet ebenso wenig ein. die fassung des scholions bleibt unverständlich; nur so viel ist sicher, dasz von einer definition wie damnum per tempora nicht die rede war. statt pora damnum sa steht vielmehr

üorax damnum so da, statt trus vielleicht eher tres; wie grosz die lücken zu anfang der zeilen seien, kann auf keine weise gesagt werden. dagegen lautet zu diesem verse in A das der Donatischen fassung nahe stehende scholion so: calamitas dirit (so: schreib dicitur) grando ab eo quod calamos frangit. so von der älteren hand. In dem scholion zu I 2, 7.8 hat der codex gut oeconomice autem dia it eacclusionem, nicht dicit. Zu I 2, 26 proin heiszt die erklärung in A nicht propterea, sondern propterg, d. h. propter quod. Zu I 2, 98 lesen wir das unverständliche scholion: labascit: labi incipit. reprehenditmollis animi dominum seruus, qui eo iurg atoris personam sumit, quo amoris nutriatur inlecebra. gegen das wort iurgator freilich ist nichts einzuwenden, obwol ich mich nicht entsinne es anderswo gelesen zu haben; die femininale form iurgatrix und die weiterbildung iurgatorius lassen keinen zweifel zu an seiner einstigen existenz. was aber bedeutet der schlusz des scholions, und wie kann der mit amoris nutriatur inlecebra ausgesprochene gedanke durch (das auf ein im vorhergehenden satze vorkommendes eo bezügliche?) quo mit dem vorhergehenden verknüpft werden? wie kann dadurch, dasz der sklave die rolle eines scheltenden seinem verliebten herrn gegenüber annimt, die verlockung zur liebe, auch nur nach des dichters absicht, genährt oder verstärkt werden? als der herr in folge der schmeichelnden rede seiner geliebten trotz seinem entgegengesetzten vorsatze und trotz den früheren gegenvorstellungen seines sklaven sich wieder ganz seiner alten willenlosigkeit hingibt, ruft der sklave aus (v. 98): labascit, uictus unouerbo, quam cito! und dazu bemerkt der scholiast richtig: labascit: labi incipit. reprehenditmollis animi dominum seruus, qui obiurgatoris personam sumit. denn obiurgatoris, nicht eo iurgatoris, hat die hs. gut. im nächsten verse (99) sagt dann die geliebte zu dem herrn: ego non eac animo misera dico? quam ioco Rem uoluisti a me tandem quin perfeceris? und bei dem ersten dieser verse, zufällig unmittelbar an das obige scholion grenzend, steht das scholion: quo amoris nutritur (nicht nutriatur) inlecebra. dies ist also von dem vorigen zu trennen, und gehört als besonderes scholion zu dem worte ioco in v. 99. Zu I 2, 107 entnehme ich aus MN das neue (von mir in A nicht verglichene) scholion: macerabo: adtenuabo, macrum faciam. Zu II 3,45 schreibt U. mit dem codex: labiis demissis] labellum pueri habent. ut Vergilius (ecl. 2, 34) 'calamo triuisse labellum”. labrum iuuenes necdum illi[s]“) labra ä. labia mulieres siue senes. die gesperrt gedruckten worte ändert U. in der anmerkung folgendermaszen: labrum iuuenes necdum illi labra habent; welchen sinn

12) der codex hat deutlich illis, nicht illi; die eckige klammer musz U. hier in anderm sinne als gewöhnlich angewandt haben.

diese änderung herbeiführen soll, sehe ich nicht; wenn U. unter illi die pueri versteht, wie kann dann necdum als verbindungspartikel angewandt werden? das abgekürzte à aber des codex wies schon an sich auf ein citat, wie denn in A ein groszer teil der citierten dichterfragmente abbreviiert, mit bloszer angabe der anfangsbuchstaben der worte geschrieben steht. das hier verborgene citat für labrum ist Verg. ecl. 3, 47 necdum illis labra admoui. es ist zu schreiben: labrum iuuenes: necdum illis labra admoui”; labia mulieres usw. Zu II 3, 66 schreibt U. senem mulierem] tar[dum?] mollis corporis. was soll hier tardum ? der vers des Terenz heiszt: PAR. eunuchum. CH. illumne obsecro Inhonestum hominem, quem mercatus est here, senem, mulierem ? A gibt, obwol undeutlich, einfach richtig tam mollis corporis. Zu V 2, 6 in der erklärung des angiportus weisen die züge in A allerdings mehr, wie M las, auf locum angustum als auf das keineswegs unmögliche uicum angustum. Zu V 2, 51 paululum opper irier Siuis, iam frater ipse hic aderit uirginis heiszt nach U. das scholion zu opperirier als infinitiv eacpectare. A aber hat den imperativ expecta; der scholiast sah also in opperirier einen infinitiv statt des imperativs und construierte: paululum opperirier, si uis: iam frater ipse hic aderituirginis.

B. die scholien der ältern hand.

Bei eun. V2, 60 dabit hic pugnam aliquam denuo steht nach U. das scholion: pugnando stuprum; die ausdrucksweise wäre nicht geschickt; mir schien vielmehr einfach pugnam diacit stuprum dazustehen, und so las auch M.

ZUM HAUTONTIMORUMENOS.

Zu prol. 1 U.: seni idest mihi, ut Vergilius pro (?) debat *ilum promih– läszt sich noch herstellen; der greis, welchem die rolle des prologs zugeteilt ist, nennt sich im dativ ebenso seni statt mihi, wie Aeneas bei Vergilius II 674 in seinem bericht an Dido sagt: paruomque patri tendebat Iulum statt mihi. das scholion ist also so herzustellen: seni] idest mihi', ut Vergilius“): “paru[omque patritendebat Iulum” pro *mih[i]”. auszerdem steht am obern rande der seite zu diesem seni das scholion seni: hoc illud est contaminare fabulas. U. verlas rem statt seni“) und bezog das dann unverständliche scholion zweifelnd auf prol. 18 id; weshalb er den text des regelrechten senars hoc illud est contaminare fabulas unterbrach, indem er am zeilenende eine lücke (contamina–re steht gedruckt) annahm, weisz ich nicht zu sagen.

13) der codex schreibt diesen namen fast consequent urg. selten

uerg. gleich darauf hat er richtig paru und un (so). 14) die buchstaben rund s sind in dieser schrift schwer zu scheiden.

Zu prol. 4 integr com (d. h. integram comoediam): nouam in S . . . . . sam ut Cicero usw. läszt sich wol noch sicher ergänzen durch nouam in s[caena nondum ui]sam usw., da U.s puncte ebenso wenig wie in dem gleich folgenden citate aus Cicero die zahl der verlorenen buchstaben bezeichnen. Zu prol. 7 nouam]eautontimorumenon nouum apud Latinos ist nouum offenbar nur druckfehler statt des richtigen nouam in A. Zu prol. 7 nouam esse ostendi et quae esse ist die lesart in Age? 7, nauer: auf acut[e pro]nuntia[ndum] e prostn[. ..]tiuum es[ . . . ] tantum pra[. . . ] cum ergo [. . . ] jäää et [...] 'Troiae qui p[rimus] ab oris’. ob und welches citat in den worten von tantum an steckt, vermag ich fern von allen hülfsmitteln, wie ich hier bin, nicht zu sagen; sollte aber nicht in den zügen hinter pronuntia[ndum eine verderbnis stecken und etwa et postpositiuum est zu ergänzen sein? die stelle wird mit hülfe von tinctur herstellbar sein. Zu prol. 9 (id)] in hac syllaba moram rythmus accipit ist statt in hac nach den zügen von A auch denkbar die lesart id: ab ac (verschrieben, wie oft, statt ab hac) syllaba moram rythmus accipit. Zu prol. 10 didicerim: docet poeta, discit actor, edunt magistri sei zur kennzeichnung der kritik welche M ausübte erwähnt dasz in M magistri aus dem offenbar conjicierten magistratus corrigiert ist. Zu prol. 19 ist als doppeltes scholion so zu schreiben: autumat] confirmat, dann: diis credit, confidit. Zu prol. 28 date crescendi copiam] honorem polestatem hat A vielmehr honore potestatem. In der nähe des verses 24 etwa stehen noch einige fast erloschene scholienfragmente, in denen der name furii vorzukommen scheint; auch hier ist das endurteil bis zur anwendung von tinctur zu verschieben; aller wahrscheinlichkeit nach waren hier die freunde des Terenz genannt, unter denen Scipio, Lälius und Furius nach der Suetonischen vita eine hervorragende stelle einnahmen. Zu prol. 32 decesse kommt aus Aneu hinzu das scholion decessisse. Zu prol. 36 U.: statariam] ut statariae dicuntur personae aut mostoriae. statariae dicuntur, ubi personae tran[quillae sunt, motoriae autem ubi sunt [conci]ta[tae personae. im anfang ist ohne zweifel einfach zu ergänzen [a]ut statariae dicuntur personae aut mo[tori]ae; die erste hälfte des folgenden satzes ist von Uichtig vervollständigt; A hat statarie dicuntur, ubi persone tran[q]uille sunt, dann

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mali. statt des schlusses von sunt ab hat M: pro (oder po). . . . serui mali; M hat sunt offenbar nur aus versehen vergessen. sollte demnach etwa motoriae autem, ubi sunt proca[ces (oder periuri) ser]ui mali oder dgl. hergestellt werden müssen? Zu prol. 50 U.: seruire] seruiendi [uerboueterum] more (so hat

? ? ? ? A gut, nicht mora) usus e[st], cum nos [inseruire dicamus kann das

erste wort nach seruiendi nicht richtig ergänzt sein; nach sicheren resten begann es mit s; vielleicht war es der anfang des Wortes saepius, welches einfach einzuschalten wäre.

Zu I 1, 1 quamquam haec inter nos nuper notifia admodumst.

dazu steht bei U. das scholion dicat itur

ctius; A scheint nach dicat noch ein t zu haben, und am schlusz gibt er vielmehr ciiuo. vielleicht hiesz das scholion also: [in]dicati[uus pon]itur pro coniun[ctiuo; der inhalt wäre freilich bei der construction mit quamquam seltsam genug.

Zu I 1, 20 kann das [ut] bei U. einfach mit A fehlen.

Zu 11, 21 lüs/t sich das scholion nicht mehr herstellen; die genaue

t lesung in A ist: consumís] [ ]d inpendilur [ ]us dicti

''** [. . . .]r (oder s) quod finilur [ ]e consumí [ J seruis

[ >

Dagegen läszt sich das scholion zu 1 1, 30 völlig heilen; U. liest

laboris: calamitati[s] : ut . . . . breuiter t laes ....

tremum a la . die Kicke von 30 buchstaben ist nicht vorhanden; räum im codex wäre da, allein es ist nichts da geschrieben gewesen. überhaupt sind mehr oder weniger alle Umpfenbachschen buchstabenzahlen als unsicher anzusehen. A gibt: laboris: calamitatis, ut urg. et breuiter t[ro]iae supremum a. la[borem]. gemeint ist Verg. Aen. II11 et breuiter Troiae supremum audire laborem.

Zu I 1, 72 gibt U. in dem citai ans Verg. Aen. XII 15 als lesart von A sedent spectantque Latini; A aber hat übereinstimmend mit den hss. des Vergilius: sedcant spectentque Latini.

Zu 1 1, 75 vermutet U. [Hora]tius mit dem citat im[pium] lenite [clamaran], was A gewollt habe, ist von hier aus nicht herauszubringen; nur das kann gesagt werden, dasz hinter Uns weder im noch in, sondern

wahrscheinlich an stand, und statt lenite hat er lento, vielleicht gehören

noch zum Schlüsse dieses scholions nach dem ausfall einer kleinen zeile

TM* folgende unsichere fragmente, die am rande von v. 81 schimmern: toto

.... tur (oder tus) [ ].

Zu I 1, 78 hat A genauer: siimpio suman [ J ' ad titu

Zu I 1, 86 interea usque] parhelcon и . . . . пит repetiuit [usque], das wort usque kommt nemlich im texte schon v. 84 vor. der codex hat nam, nicht пит; danach wird herzustellen sein: parhelcon «f| (d. h. uidelurl); nam repetiuit [usque].

Zu I 1,88 inde et prorsa oratio dicilur-, quae recta pr[o\fer [a]tur ne[c] inflexa cantilenis. U. schreibt in diesem scholiastenlatein den conjunctiv profer[a]lur gegen das zeugnis von A statt des indicalivs profertur, obwol er ihm sonst z. b. im gebrauch der conjunction cum die grösten Freiheiten gestaltet, auszerdem hat A ñeque, nicht пес.

Zu I 1, 89 relinquo steht am rande das scholionfragment: reit |

liqu , welches vielleicht so zu ergänzen ist: reli[nquo pro re]liqui.

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