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Neuer Anzeiger

für

Bibliographie und Bibliothekwissenschaft.

Jahrgang 1878.

Herausgegeben unter verantwortlicher Redaction

von

Dr. Julius Petzholdt,
Königl. Sachs. Geh. Hofrath, Bibliothekar Sr. Majestät des Königs Slbert von Sachsen,

sowie Sr. Königl. Hoheit des Priuzen Georg, Herzogs zu Sachsen etc. etc.

Dresden,
G. Schönfeld's Verlagsbuchhandlung.

1878.

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NEUER ANZEIGER Bibliographie und Bibliothekwissenschaft.

für

Herausgegeben von Dr. J. Petzholdt.

Jannar.

1878.

Inhalt: Schweizerische Schriftsteller. Von A. Schumann. IV. – Die Hausbibliothek der Auersperge. Von P. v. Radics. Bericht über die in England 1877 erschienenen bibliographischen u. bibliothekwissenschaftlichen Schriften. Von J. M. Anderson. - Katalog der Bibliothek des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen XII. Jbrhdt. Specimen of a Dictionary Catalogue of Works in Mental Philosophy. By J. M. Anderson. Litteratur und

Miscellen. - Allgemeine Bibliographie.

[1.] Schweizerische Schriftsteller.

Von A. Schumann*).

IV. Abraham Emanuel Fröhlich. Quellen: I. (J.J. Frikart), Kirchliches Zeitbuch für den reformirten Theil des Kantons Aargau. 2. Ausg. Zofingen, gedr. bei J. R. Ringier. 1835. gr. 8o. S. 48 -49. 72. II. Frz. Xav. Bronner, Der Kanton Aargau. 2. Bd. St. Gallen u. Bern, Huber u. Co. 1844. 8°. S. 36. 48. III. Der Schweizerbote, (Aarau, Sauerländer. hoch 4o. 1865, Nr. 288 (5. Dez.), S. 1-2. (Von Prof. Rud. Rauchenstein in Aarau.) IV. Die Schweiz, Illustrirte Zeitschrift für schweizerische Literatur, Kunst und Wissenschaft. Redigirt von J. Frey. 8. Jahrg. Bern, Haller. 1863, hoch 4°. S. 475-476. (Mit F.'s Bildniss in Holzschnitt.) V. Aargauischer llausfreund. Brugg: Fisch, Wild u. Co. hoch 4'. 1866, Nr. 1 u. 2, Feuilleton. (Von Pfarrer Edmund Fröhlich, dem Sohne des Dichters.) VI. Rob. Weber, Die poetische Nationalliteratur der deutschen Schweiz. 2. Bd. Glarus, Vogel. 1866. gr. 8°. S. 7—18.

VII. Kirchenblatt für dio reformirte Schweiz. Hrsg. von K. R. Hagenbach und G. Finsler, 22. Jahrg. Zürich, Meyer u. Zeller. 1866. 4°. Nr. 1. S. 1-4; Nr. 2. S. 9-11, Feuilleton. (Von Hagenbach und Edm. Fröhlich.) VIII. Gallerie berühmter Schweizer der Neuzeit. In Bildern vn Fr. und H. Hasler. Mit biographischem Text von Alfr. Hartmann. 1. Bd. Baden, Hasler. 1868. Fol. Nr. 35. (4 zweispaltige Seiten.) IX. Heinr. Kurz, Geschichte der deutschen Literatur. 3. Bd. 5. Aufl. Leipz., Teubner. 1870. Lex. 8o. S. 364b-365b. (Mit F.'s. Bildniss in Holzschnitt.)

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*) Fortsetzung von Anz, J. 1876. Nr. 377.

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- X. J. Müller, Der Kanton Aargau. 2. Bd. Zürich, Schulthess. 1871. gr. 8°. S. 86–90. XI. Ed. Emil Koch, Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs der christlichen, insbesondere der deutschen evangelischen Kirche. 1. Hotthl. 7. Bd. 3. Aufl. Stuttg., Belser. 1872. gr. 8°. S. 88–91. (Nach dem Aarg. Hausfreund und brieflichen Mittheilungen Edm. Fröhlich's.) XII. Schweizerische Dichterballe. Hrsg. von Rud. Fastenrath. 1. Jahrg. Herisau, Meisel. 1875/76. gr. 8°. Nr. 1. S. 11-12; Nr. 2. S. 25. (Vom Herausgeber.) XIII. Meyer's Konversations-Lexikon. 3. Aufl. 7. Bd. Leipz., Bibliogr. Institut. 1876. Lex. 8". S. 251b.

Abraham Emanuel Fröhlich, als Sohn eines Lebrers den 1. Februar 1796 in Brugg (Aargau) geboren, erhielt seine erste Bildung in den Schulen seiner Vaterstadt und besuchte seit 1811 das Collegium humanitatis und das Carolinum in Zürich, um Theologie zu studiren. Im Frühling des Jahres 1817 ordinirt, wurde er bald darauf Lateinschulleher in Brugg und hatte als solcher gleichzeitig die benachbarte Pfarrei Mönthal zu verwalten. Da ihn seine heimathliche Gemeinde 1823 bei der Pfaarwahl überging, übernahm er 1827 als A. L. Follens Nachfolger die Professur der Deutschen Sprache und Litteratur an der Kantonsschule in Aarau; daneben ertheilte er noch Unterricht in der Religion und Gengraphie, sowie eine Zeit lang im Gesang. 1832 und 1833 bekleidete er das Rektorat. Auch am Lehrerseminar wirkte er als Religionslehrer bis zu dessen Uebersiedelung nach Lenzburg (1836). Sein lebhafter Antheil an den politischen Parteikämpfen zu Anfang der dreissiger Jahre (1831-1835 redigirte er die „Neue Aarg. Zeitung“), wobei er den radikalen Neuerern mit Entschiedenheit entgegontrat, hatte am 31. October 1835 seine Nichtwiederwahl bei der Einführung des neuen Schulgesetzes zur Folge. Ebenso versagte ihnı die Regierung in kleinlichem Hasse die Bestätigung als Pfarrer in Kirchberg, als welchen ihn die Kollatoren, die katholischen Chorherren von Beromünster, einstimmig vorgeschlagen hatten. Dagegen erwählte ihn der Gemeinderath von Aarau 1836 zum ersten Lehrer und Rektor der Bezirksschule, und die Regierung übertrug ihm dann noch die Stelle eines Klasshelfers (Hilfspredigers) des Kapitels Aarau-Zofirgen. Mit Eifer und Erfolg verwaltete er diese Aemter bis zu seinem Tode. Er starb den 1. Dezember 1865 in Gebensdorf bei Brugg, wohin er sich nach einem Schlaganfalle in die treue Pflege seines Sohnes, des dortigen Pfarrers, begeben hatte. Seinem Wunsche gemäss wurde er am 4. Dezember auf dem Friedhofe von Brugg beerdigt.

Eine annährend vollständige Aufzählung von F.'s Schriften ist bisher nirgends gegeben worden. Goedeke's Grundriss ist noch nicht so weit vorgeschritten. Aber auch die Berücksichtigung, welche F. als Dichter und Schriftsteller beanspruchen darf, hat er noch

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immer nicht in gebührendem Maasse gefunden. So übergeht ihn z. B. die neueste (12.) Auflage des sonst so trefflichen Brockhausischen Conversations-Lexikons mit gänzlichem Stillschweigen.

In dem nachfolgenden Verzeichnisse sind die ohne seinen Namen erschienenen Schriften, Gedichte u. s. w. mit einem Sterne versehen.

1. Der Helvetischen Gesellschaft zu Schinznach („Wie rauscht in diesem Thal | Der Flüsse Wellenklang“ u. s. w.). In: Verhandlungen der Helvet. Gesellsch. zu Schinznach im J. 1824. Zürich, gedr. bey Gessner. kl. 8°. S. 71–72.

2. Hundert neue Fabeln. Zürich, Gessner. 1825. kl. 8°. 104 S. (Vgl. Nr. 5.)

3. Schweizer-Lieder. Aarau, J. J. Christen. 1827. 12o. 1 Bl. 82 S. Abrhm. Enl. Fröhlich's Schweizerlieder von dessen Bruder Friedr. Theodor componiert für den vierstimmigen Männerchor. 2 Hefte. Aarau, J. J. Christen. Leipzig, bey C. F. Whistling. (1829.) gr. Fol. 1 Bl. 17 Seiten u. 1 Bl. 24 S. Mit je einer (der gleichen) Titelvignette von M. Disteli. Abweichend von dieser Ausgabe der Partitur führt die Ausgabe der einzelnen Stimmen den Titel: Vierstimmige Schweizer-Männerchöre von den Brüdern Abraham Emanuel und Theodor Fröhlich. 2 Hefte in 8 Einzelheften. Aarau, Joh. Jak. Christen. (1829.) qu. kl. Fol. Die 4 Tenor- und Bassstimmen des 1. Heftes enthalten je 1 Bl. 15 S., dieselben des 2. Heftes je 22 S.

4. Die Schweiz ein Liedersaal, oder: die zwey und zwanzig Musikanten („Es sitzen zwey und zwanzig Brüder“ u. s. w.). In: Alpenrosen. Ein Schweizer-Taschenbuch auf das J. 1828. Hrsg. von Kuhn, Wyss u. 8. Bern, Burgdorfer; Leipzig, Schmid. 12o.

a Mit Kupfrn. S. 405-407.

5. Fabeln. Zweite verm. Aufl. mit einem Heft Zeichnungen von M. Disteli (in qu. 4°.). Aarau, Sauerländer. 1829. kl. 8°. 200 S. (Vgl. Nr. 2.)

6. Die Musikgesellschaften. Eine Erzählung. In: Alpenrosen 1829. S. 337–393.

7. *Tafellied zum vierten Sangfest des Aargauischen Männerchors, gefeiert in Zofingen, den 20. Mai 1830. (0. 0. u. Dr.) 8o. 4 S.

8. *Niklaus von der Flüh. Ein Friedenswort an die Eidgenossen. Aarau, Sauerländer. 1830. 4o. 17 S.

Gedicht.

9. Gedichte (9). In: Alpenrosen. Ein Schweizer-Taschenbuch auf das J. 1831. Besorgt von Schweizerischen Schriftstellern und Künstlern. Aarau, Christen. 12o. Mit Kpfrn. S. 47–59.

10. Die Badekur zu Schinznach, Eine Erzählung. Ebendas. S. 60—127.

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