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J Ε Ν Α,
in der Expedion dieser Zeitung

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und Leipzig,
in der königl. l ä сblischen Zeitungs. E xp editio n.

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JE NA ISCHEN ALLGEM, LITERATUR-ZEITUNG

; Numero 1.

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1. Uebersicht der neuesten engl. Literatur, ten sächfischen Vorältern nachgeahmt. Und

sollte das brittische Reich noch einige Jahre (Grösstentheils aus Briefen.)

lang fortblühen : so wird es sich noci deutlicher (Fortsetzung vom Intell. Blatt 1816. No. 39 u. f.) zeigen. Auch die verflossenen Monate find in Die

England an guten Producten der Literatur lo ie allgemeinen Klagen, welche der Handels ergiebig gewesen, als die Freunde der Friedensstand in Europa und Amerika über schlechte künfte es nur immer wünschen können. In kei. Zeiten führt, dehnen sich auf den englischen nem Fache weder der höheren Willenschaften Buchhandel nicht aus. Zwar gab es auch in noch der Redekünfte trat ein Stillstand ein. England während der Jahre 1314 und 1815 et. Ehe wir aber von den erschienenen Wer. liche bedeutende Bankerotte unter den londoner ken einzeln Bericht erstatten, wird es nicht unBuchhändlern, und noch jetzt ist, wenn man dietlich seyn, einige llauptmomente berauszudiesen Leuten glauben will, die Stockung im heben, welche in den besten Cirkeln der brittiBücherverkehr gross. Aber man kann es ihnen scben Hauptstadt während der let&ten Monate bey einiger Kenntniss von dem, was erscheint, vornehmlich besprochen wurden, weil man darnicht glauben; wenigstens muss es sehr mit Ein aus sieht, welche Gegenstände den gebildeten schränkung angenommen werden. Denn wie Britten der jetzigen Zeit vorzüglich zusagen. hätte sonst in diesem Einen versollenen Sommer Solche Hauptmomente waren: 1) Der Roman eine so bedeutende Anzahl theurer Prachtwerke Glenarvon, oder die chronique scandaleuse des erscheinen können? Wenn man die Ankündi. Tages, wovoo Jeder spricht, der nur lelen kann. gungen der Werke betrachtet, welche von den 2) Die Memoiren des Schauipiel- und Roman. beiden grössten Buchhändlerbäusern, Longman Dichters Hulcroft. 3) Afrika, besonders Tom. et Comp. und Murray, vor einigen Monaten buctoo. 4) Keatinge's Bemerkungen über Spagedruckt wurden: so kann man nicht umhin zu nien. 5) Der Streit über Lord Elgins Marmors. erstaunen, dass diefs zu einer Zeit geschieht, Schon unser voriger Bericht zeigt durch die Aus. wo der Staat und der Bürger, der Landbesitzer führlichkeit, mit welcher wir von einigen dieund der Manufacturist, lo wie bey nahe der ler literarischen Erscheinungen, die damals ganze Mittelstand, vou Nichts als von Einschrän. noch ganz neu waren, sprachen, das allgemeine kung (prechen, und wo an hunderttausend Men Interesse an denselben, das sich seitden noch schen der niedrigen Volksclaffen im britischen nicht verloren hat. Es sey daher erlaubt, noch Reiche von ihren bisherigen Brodberren abge einige Augenblicke dabey zu verweilen. daukt worden sind, und delswegen in eine all. Der Roman Glenarvon, 3 Bände, Lon gemeine Rebellion auszubrechen drohen. Aber don bey Colburn, ist die Lästerchronik der grossen die Literatur ist auch im brittischen Beiche so Welt in England. Die Verfalserin ist eine Dasehr zum Luxus geworden, dass man es nur in nie von Stande, Lady Caroline Lambe, eine Deutschland damit noch weiter treiben kann, junge, schöne, sehr gebildete, aber schwärmeriwelches an glühenden Eifer für alles Wisshare, sche Frau, Tochter des Mylord Besborough uud an Schreibsucht, an Leselust, an Bücherwuth, vernällt init Hn. William Lambe, Sohn des an grossmüthiger Honorirung der vorzüglichen Lord Melbourne und dereinstigem Erben dieses Schriftsteller und der compilirenden Autoren, Titels. Sie ist in den höberun Cirkeln dadurch kurz in Allem, was mit der Literatur in Ver. bekannt, dass sie vor etlichen Jahren in Lord bindung steht, ohne Zweifel den Vorrang bat. Byron, den Dichter (der jüngst England, wie England hat hierin seit etwa 20 bis 25 Jahren, es scheint auf iminer, mit grolsem Scandal verentweder ohne es zu ahnen, oder ohne es vor liels), verliebt war, und sich aus Eiferlacht auf Stolz gefteben zu wollen, dem Lande seiner al ihn in einer öffentlichen Abendgesellschaft et.

vor.

liche Meerfiche gab, die aber nicht tödtlich Stalljungen war, die ein grosser Bereiter für waren. Sie bat auch diese Begebenheit mit in die ihin anvertrauten Wettrennpferde hielt. den Roinan eingewebt, der zwar von Talenten Derjenige Theil der Memoiren, wo er sein da. und Geschicklichkeit zeugt, übrigens aber nicht maliges Leben beschreibt, ist unterrichtend für nach den Regeln der Kuult beurtheilt werden Pferdeliebhaber, weil Huleroft da Manches über darf. Die Charaktere find fist lauter Porträts die merkwürdige englische Zucht der JVettren. von Personen der löheren Stände, beynahe ner, die er genau kennen lernte, beybringt. nach dem Leben oder doch so keuntlich gezeich In die Länge gefiel ihm, da er nun zuin Jüng: net, dass, wie Mylady Caroline felift sagt, linge anwuclis, diefs niedrige Leben doch ,, wohl an funfzig Personen ihr wegen dicles nicht. Ihim ahnte etwas Edleres. Er verschlang Buchs den Hals brechen möchten". Das Publi. jedes Buch, jedes bedruckte Blättclien, das er cum glaubt, dass die Verfasserin felbst unter fand. Er übte sich aus eigenem Antriebe im dein Charakter Calanıhr versteckt fey: · Lord Schreiben und Rechnen; auch nutzte er die Geund Lady Holland find handgreiflich gemalt. legenheit, singen zu lernen. Sein Glück versuAm deutlichften ist Lord Byron in Glenarvon chend entschloss er sich plötzlich, sich bey einer felbft, dem Helden des Románs, mit den aller heruinziehenden Schauspielergesellschaft zu enga; gehälligften Farben dargestellt. In Herzoge von giren. Aeusserst anziehend ist dieser Theil und Altamont will man den Vater der Verfallerin, ein. treues Sittengemälde, aber ganz national. und in Lady Margaret die Herzogin von De. Wäbrend seines Theaterlebens wurde er besonvonshire erkennen. Ein Buch voller Pasquille ders mit der in der englischen Schauspielerwelt und Caricaturen, und aus der Feder einer so so berühmten Familie Kemble bekannt. Jeden vornehmen Frau, welcher die Personen der gro. mülligen Augenblick nutzte er zu seiner Bildung Isen Welt des brittischen Reichs so bekannt und versuchte sich bald als Theaterschriftsteller. fiud, kann nicht anders als bedeutende Aufmerk. Als Comödiant blieb er nur mittelmässig. Insamkeit erregen.

Die erste Auflage war gleich dess um als solcher so hoch wie möglich zu steiin den 14 Tagen nach der Erscheinung vergrif gen, eilte er nach der Hauptstadt, dem grossen fen. Uebrigens ist die Moral des Buchs Luchst

Augenmerk herumziehender Schauspieler. Hier tadelnswerth, und wird, sobald die Kunst rich. kommen Unterredungen mit Garrick und Maclin ter Musse haben es zu lesen, ohne Zweifel in Eine lehrreicle Episode ist die Reise nach den literarischen Bann gethan werden.

Irland. Die Erzählung seiner damaligen SchickIlolcroft, welcher vor wenig Jahren starb, sale ist mit so vielen Unglücksfällen, Fehlschla.

20 bis 30 Jabre lang ein Schriftsteller, gungen und No:bscenen durchwebt, dass man von dem man oft sprechen härte. Er wird erstaunen nuss, wie der arme Mann sich durch vornehmlich als Verfaller etlicher beliebter sie alle lindurchwand, besonders da er schon Schauspiele noch lange genannt werden. Seine verheirathet war und Familie hatte. Mitten Romane sind zwar keine Niulier, gehören aber in dieser abschreckenden Lage trieb ihn seine doch zu den belleren der Mittelclalle, Als Wilsbegierde unaufhörlich an fortzustudiren. Uebersetzer hatte er kein geringes Verdienst. Als Beaumarchais berühmte Hochzeit des Figaro Ausser anderen europäischen Sprachen verstand so viel Aufsehen machte, schickte man ihn nach er auch sehr erträglich die deutsche, und über Paris, um eine Uebersetzung des Stücks zu lietrug Lavaters Physiognomik, Stolbergs Reisen, fern. Da es noch nicht gedruckt zu haben war: Goethe's Hermann und Dorothea u. a. m. Am do konnte er blols nach und nach im Gedächt. interellantesten ist er wegen der Schwierigkei nille so viel aus den Vorstellungen hinwegtraten, die er auf dem Wege zu einer nicht unbe. gen, als es fallen wollte, bis er endlich auf. trächtlichen, obgleich späten, Bildung glücklich diese Art das ganze Schauspiel belass. Seinen überwand. Seine Memoiren werden mit beson. Aufenthalt in Paris benutzte er auch sonst noch, derem Antheile von der zahlreichen Classe derer um sich genau mit der französischen Literatur gelesen, welche in ihrer Jugend init ähnlichem bekannt zu machen, und die französische SpraUngemach zu kämpfen hatien, oder noch zu cbe lernte er so vollkommen, dass er sich ohne kämpfen haben. Holcroft wurde 1745 in Lon. Mühe über alle Gegenstände richtig, fertig, und don geboren. Sein Vater war erst ein Scbuh (was bey erwachsenen Engländern schwer hält) flicker dort, und zog nachher in den Provinzen ohne fremden Accent ausdrücken konnte. Sein umher, wo er sich als Tagelöhner, Höcker u. übersetzter Figaro machte in England grosses f. w. elend unterhielt. Der Solin, weicher in Glück. Von nun an entsagte er dem TheaterleLondon nichts als lesen gelernt hatte, musste ben, und wurde ein blosser homme de lettres. leinen Aeltern von nun an in den niedrigsten Ver Literatur, Musik und Kunft theilten sich in richtungen an die Hand geben. Der Knabe die wenige Zeit, die er den literarischen Frohnhob sich ein wenig aus dem äussersten Elend erst arbeiten, von welchen er leben musste, abfpadann, als er in Newmarket, dieser wegen ihrer ren konnte, und, obwohl ein sehr mittelmälsi. Pferderennen so berühmten Stadt, einer von den ger Kenner der Kunst, fing er an Gemälde zu

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kaufen und zu verkaufen. Den übrigen Theil summe Venerabili Domino Dr. Car. Gottl. seines Lebens, wo er dann sich durch die Drang Bretschneidero, confiliarii supremi fenatus fa. sale gleichsam hindurcbgeftritten zu baben schien cri, Superintendentis generalis et Proto - Ephon, und wohlhabend wurde, zuletzt aber wieder in ri Ducatus Gothani munus d. XIII Octobris Armuth versank, theilten wir bereits oben mit.

cropcccxri susceptum gratulatur Joh. Frid. Auf manches andere Lieblingsthema der Ern. Kirsier, Philos. Doctor et Eischlebienliterarischen Cirkel in Eugland, die Entdeckun frum Paftor. Differitur de accommodntio. gen in Afrika, die elginschen Marmors, die Jesu et Apoftolorum ad errores JuWerke des Lord Byron u. f. w., werden wir, fo daeorum (Arnstadt b. Trommsdorff. 8 S. 4). wie wir schon anderer Zeit von ihnen sprechen Der Vf. dieser Schrift hat einen Versuch gemacht, mussten, bey den einzelnen Scbriften, die in einen Grundsatz für die Anwendung der AcconiBezug auf fie erscheinen, oft zurückzukoinmen

modation bey der Erklärung des N. T. aufzustel. Gelegenheit finden. Wir gehen jetzt zu einer len. Die geoffenbarte cbriftliche Religionslebre Berichtserstattung von dem, was in jedem Fache scheint nämlich, bey den ausdrücklichen Andeuals Neuigkeit bemerkenswerth ist, über.

tungen von Accommodationen im N. T., in Ge(Die Fortsetzung solgt.)

fahr zu kommen, inden, da einmal der Satz,

dass wirklich Accommodationen im N. T. vor. II. Beförderungen u. Ehrenbezeugungen.

handen sind, zugegeben werden muss, der Dog: Hr. Otto Giseke, geistlicher Inspector zu matiker überall Accommodationen finden, und Ebeleben, Vf. einer Geschichte von Hamburg, Selbst die allgemeinen Wabrheiten der chriftli. und der mit seinem Bruder Ludwig gemeinschaft. chen Religionslehre dafür erklären könnte. Der Jich herausgegebenen Gemälde ländlicher Glück Vf. unterscheidet daher in der christlichen Reli. seligkeit, lo wie mehrerer Aufsätze in Zeit. gionslehre die Materie und die Form.. Zur Maschriften, ist von seinem Landesherrn, dem Für terie rechnet er die Religionspflichten (canones), kten von Schwarzburg. Sondershausen, zum Con zur Form aber die Antriebe zur Ausübung diefiftorialrath ernannt worden.

ser Religionspflichten, die Glaubenslehren (dogo Hr. Medicinalrath und Prof. D. Dietrich

mala), und behauptet, dafs fich diese Form nach Georg líieser zu Jena ift von Sr. M. dem König Zeit und Umständen ändern könne, die Materie von Preullen zum Hofrath, und der seitherige aber, als eine Offenbarung, für alle Zeiten uriHofmedicus und Prof. med. extraord., Hr. D. harl verändert bleiben unülle. Er stellt daher, um Wilhelm Stark zu Jena, von Sr. K. H. dein Gross einer verkehrten Anwendung der Accommodaherzog zu Sachsen · Weimar- Eisenach zum Hof tion vorzubeugen, den Grundlatz auf: Accomzatb und Leibarzt ernannt worden.

modationem locum habere polje in locis, qui dogma

quoddam proferant, in locis autem qui III. Vermischte Nachrichten.

contineant, nullam accommodationem elle JumenDen 13 Octobr. v. J. wurde Hr. General dam. Superintendent Dr. Karl Gottlieb Breifchneider Wir machen bey dieser Gelegenheit noch zu Gotha (vgl. Intelligenzblatt 1816. No. 38) auf eine andere treffliche Gelegenheitspredigt vom Hn. Oberconfiftorialrath und Oberlofpre dez oben erwähnten verdienstvollen Theologen diger Schäffer durch eine Rede öffentlich einge aufmerksam: Das Fefi der Ernte, als ein wirkführt. Die Antrittspredigt des Hn. Dr. Bret. fames Belebungsmittel der Religiosität,

Eine schneider handelt von den befunderen Hindernis Predigt in der Hofkirche zu Gorla am 20 S. v. sen, welche in ui feren Tagen der nützlichen l'er Trinit. 13:6 gehalten von D. Karl Gottlieb Brelo waltung des evangelischen Predigramis entgegen. [chneider (in der reyherfchen Buchhandl. 19 S. 8).

siehen, und ist zum Besten der dortigen Frey. Zu den Textesworten dient Pl. 104, v. 24 – 35. schule in der Henningsfchen Buchhandlung (25 S. Beleben kann und soll das Erntefelt die Religio. in 8) im Druck erschienen. Zu diesen Hinder sität, 1) weil es uns hinweiset auf die Weisheit nillen werden gerechnet: 1) Die überhand ge und Güte des Schöpfers in der ursprünglichen nommene Kirchenscheu. 2) Die hohen Ansprü: Einrichtung der Welt; 2) weil es uns, in Rück, cbe, welche der Zeitgeift an die öffentlichen ficht auf die Erhaltung, unsere Ohnmacht und Lehrvorträge macbt. 3) Der religiöse Unglaube unsere Abhängigkeit von Gott und seinen grossen der Zeit, und der ibm entgegenstehende Hang Ordnungen lebhaft empfinden lässt; 3) weil es zur Schwärmerey. Alle Theile sind mit der uns zum Eifer erweckt, unserer böheren Bestim. bey Hn Dr. B's. Predigten gewöhnlichen Gründ mung würdig zu werden, lichkeit und in einer Elocution ausgeführt, wel. che dadurch die grösste Kunft verräth, dass sie An die nach Rio Janeiro bestimmte öfterganz kunsilos zu leyn scheint, und der Würde reichische Gesandtschaft werden sich inehrere des Kanzelvortrags ganz entspricht.

Artisten und Naturforscher anschliessen. Unter Bey dieser Gelegenheit ist folgende Gratu den letzteren sind besonders der berühmte k. k. lationsschrift erschienen: Viro Doctisimo et Hofschauspieler Hr. Ochsenheimer, einer der

Canonem

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