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Als der Richter nun stand
Das Weltgericht in seiner Hand,
Den Gottversohnenden zu richten.
Wie floß, wie floß sein Blut!
Wie rauschte des Zornes hochschwellende Fluth,
218 wollte Jehovah die Welten zernichten.
Wie schwer, o Zorn des Herrn, warst du!
Ganz hat der Mittler ihn empfunden.
Djauchzt ihm alle Himmel zu,
Berherrlicht, verherrlicht die strahlenden Wunden!

Kehre wieder, o tehre
Wieder zum Himmel, o Menschengeschlecht!
Reinige dich in den Wunden, und ehre
Deinen Versohner, und werde gerecht!
Die Wunden sind Heil! Sind Quellen des Lebens !
Strömt nicht, ihr Quellen, vergebens,
Wascht die Entheiligten rein!
Auch wir, wir freuen uns über die Sünder;
Sie werden Sottes Kinder seyn,
Geliebte, verherrlichte, selige Kinder !

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Cramer.

Nimm die Wage noch nicht,
Noch fåume Gott, dein Weltgericht,
Damit dein Reich erfadet werde!
Dann, dann gebeut uns Gott,
Wenn alles Empörung ist, alles nur Spott,
So tråufeln die Himmel, To flammet die Erde.
Dann hallet die Posaun' hinab
In alle Sråber unsrer Brüder,
Und jeder Leib 'berlafft sein Grab,
Perflårt sich, und tont der Unsterblichkeit Lieder!

14

Hallelujah dem Sohne!
Jubel dem Vater und ewiges Lob,
Daß er Gefallne, vom Tode zum Throne,
Súnder zum Throne des Lammes erhob!
Er kleidet uns ein in glänzende Seide,
Heil, Ehre, Herrschaft und Freude
Dem Wundervollen, Preis und Dank!
Dir, Welterneurer, Geregevolibringer,
Dir Hallelujah und Gesang,
Dir ewige Wonne, du Todeebezwinger!

Klop Klopft od.

Klopstod.

Sowohl unter den uden dieses großen Dichters, die der Stolz der Inrischen Muse Deutschlands find, als 'unter feinen geistlichen Liedern, giebt es mehrere, die den feus rigsten Flug der Hymne nehmen. „Die simpelfien reiner Oden, fagt berder, infonderheit in aufgelditen Zeilen, find Line auf Davids Harfe. Viele seiner Lieder, und die kunsts loreften Gefange der Empfindung in seinen Hierfias haben unsrer Sprache eine Einfalt und Wahrheit des lyrischen Ges sanges eigen gemacht, die wir bei unsern glångenden Nachs barn vergebens suchen dürften.“-- Ich erinnere den Leser, dem an der einzelnen hier mitgetheilten Probe schwerlich ges nügen wird, nur noch an die hohen, begeistrungsvollen hymnen der Engel im zwanzigften Gefange der Messiade,

Die Frühlingsfeier.

Nicht in den Ocean der Welten alle
Will ich mich stürzen! schweben nicht,
Wo die ersten Erschaffnen, die Jubelchöre der

Sohne des Lichts,
Anbeten, tief anbeten! und in Entzückung

vergehn!

Nur um den Tropfen am Eimer,
Um die Erde nur, will ich schweben, und anbeten!
Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer,

Rann aus der Hand des Admächtigen aud!

218 der Hand des Almachtigen
Die größeren Erden entquollen,
Die Strome des Lichts rauschten, und Siebenges

ftirne wurden,
Da entrannst du, Tropfen! der Hand des

Almachtigen!

Alopstoc. 216 ein Strom des Lichts rauscht, und unsre Sonne

wurde,
Ein Wogensturz fich stürzte wie vom Felsen
Der Wolt herab, und Orion gürtete,
Da entrannst du, Tropfen! der Hand.des 2

machtigen!
Wer sind die tausendmal tausend,
Wer die Myriaden alle,
Welche den Tropfen bewohnen, und bewohnten?

Und wer bin ich?

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Du wirst die Zweifel alle mir enthüllen,
O du, der mich durchs duntle Thal
Des Todes führen wird! So lerne dann,

Ob eine Seele das goldene Würmchen hatte.

Bist du nur gebildeter Staub,
Sohn des Mais, so werde denn
Wieder verfliegender Staub,

Oder was sonst der Ewige wil!

Ergeuß von neuem du, mein Auge,
Freudenthrånen!
Du meine Harfe,

Preise den Herrn!

Ums

Umwunden wieder, mit Palmen

Klopstod.
Ist meine Harf' umrunden! Ich finge dem Herrn!
Hier steh ich. Rund um mich

Sst Ales Almacht! Und Wunder Alles!

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Mit tiefer Ehrfurcht schau ich die Schdpfung an;
Denn Du!
Namenloser, Du!

Schufest fie!

Lüfte, die um mich wehn, und fanfte Kühlung
Auf mein glühendes Angesicht hauchen,
Euch, wunderbare Lüfte,

Sandte der Herr ! der Unendliche!

Aber jeßt werden sie still; taum athmen sie;
Die Morgensonne wird schwül!
Bolten stromen herauf!

Sichtbar ist der kommt, der Ewige!

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Nun schweben, und rauschen, und wirbeln die Binde!
Wie beugt sich der Wald, wie hebt fich der Strom!
Sichtbar, wie du es Sterblichen seyu tannst,

Ja! das bist du, fidtbar, Unendlicher!

Der Bald neigt sich, der Strom fliehet, und ich
Falle nicht auf mein ingesicht?
Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig !

Du Naher! .... erbarme dich meiner!

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