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von Gemmingen.

von Gemmin:

gen.

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Das hier von ihm mitgetheilte Stad ist eigentlich eine Nachahmung aus der zweiten Hand; denn das englische Driginal ist eine von Pope's jugendlichen Nachahmungen verschiedner englischer Dichter; bei diesem hatte er die bes kannten Verse des Grafen von Xochester Upon Nothing vor fich, und übertraf rein Urbild, deffen ironische Wendung er übrigens beibehielt. Schade daß im Deutschen wohl nicht ohne Zwang das Metrum jener beiden englischen Gedichte konnte beibehalten werden, welches den Eindruck derselben nicht wenig aufhielt. Man sehe hier zur Probe pope's erste beide Stangen:

Silence! coeval with eternity;

Thou wert ere Nature's self began to be, 'Twas one vast nothing, all, and all slept fast in thee.

Thine was the sway ere heav'n was formd, or earth,

Ere fruitful Thought conceiv'd creation's birth,
Or midwife Word gave aid, and spoke the infant forth,

Das Schweigen.

47 ach pope.

Ernsthafte Gottheit, heiliges Schweigen,

Zevs gleich, an Alter und an Macht, Pon deinem hohen Ursprung zeugen

Das Chaos und die alte Nacht; Dort stand dein Thron von Ewigkeiten, Eh noch der Kreislauf schneller Zeiten

Den ersten Frühling vorgebracht.

Da lag die Welt noch ungeboren

In deine Schatten sanft verhůdt, Rein Lummelplaß verhasster Zhoren,

Mit Selden noch nicht angefüllt.

Beisp. Samml. 4. B,

son Gemmin. Da war noch der Zon nicht zu hören,
gen. Der jeßt durch beide Hemisphären

Entleben und Verwüstung brúlt.

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Das große, aber eble Geschäfte: To vindicate the ways of God to Man, „Gottes Wege vor dem Menschen zu rechtfertigen,“ unternahm Leibniz in seiner Cheodicee als Metaphysiker; Pope in seinen Versuch über den Menschen als didaktischer, und uz in fols gender Obe, seinem Meisterstücke, als lyrischer Dichter. Was der erfte dieser drei Schriftfteller jerslieberte, suchte der zweite anschaulicher und sinnlicher darzustellen, und der drits te durch die Phantasie der Empfindung tief einguprågen. Alle drei waren Meister in ihrer Stunft, und ihr Bemühen krönte der glücklichste Erfolg. Uz, sagt berder, ist der eins zige, der so viel Weisheit mit so vielem Schwunge lagen kann.

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Mit sonnenrothem Angesichte
Flieg ich zur Gottheit auf! Ein Strahl von ihrem

Lichte
Glånzt auf mein Saitenspiel, das nie erhabner klang.
Durch welche Tone wålzt mein heiliger Gesang,
Wie eine Fluth von furchtbarn Klippen,
Sich stromend fort, und brausst von meinen Lippen!

Ich wil die Spdtter niederschlagen,
Die vor dem Unverstand, o Schöpfer , dich verklagen:
Die Welt verfündige der höhern Weisheit Ruhm!
Es sffnet Leibniz mir des Schicksals Heiligthum;
Und Licht bezeichnet seine Pfade,
Bie Titans Weg vom sstlichen Gestade.

Die dicke Finsterniß entweiche,
Die aus dem Acheron, vom stygischen Gefträuche
Mit kaltem Grausen sich auf meinem Wege håufr,
Wo stolzer Thoren Schwarm in wilder Jrre låuft;

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Die Risie liegen aufgeschlagen,
Die, als die Gottheit schuf, vor ihren Augen lagen:
Das Reich des Möglichen steigt aus gewohnter Nacht;
Die Welt verändert sich, mit immer neuer Pracht,
Nach tausend lockenden Entwürfen,
Die eines Winks zu schnellem Seyn bedürfen.

Der ertus einer besiren Erden
Zwingt nicht Lukretien, durch Selbstmord groß zu wers

den;
Un keinem Dolche starrt ihr unbeflecktes Blut;
Das leichenvolle Rom, der Schauplak feiger Wuth,
Und viehischer Domitiane,
Herrscht unverheert in einem schonern Plane.

Doch Dämmerung und talte Schatten
Gehn über Welten auf, die mich entzücket hatten:
Der Schöpfer wählt sie nicht! Et wählet unsre Welt,
Der Ungeheuer Sie, die, Helden beigesellt,
In ewigen Geschichten strahlen;
Der Menschheit Schmach, das Werkzeug ihrer Quas

len.

Eh thn die Morgensterne lobten,
Und auf sein schaffend Wort des Chaos Tiefen tobten,
Ertohr der Weiseste den ausgeführten Plan
Und wider seine Wahl, will unser Maulwurfswahn,
Will stolze Blindheit Recht behalten;
Und eine Welt im Schoos der Nacht verwalten?

Von welcher Sonne lichtem Strahle
Bricht meine Finsterniß! Wie warin aus feuchtem

Thale
Der frühe Wandersmann auf hohe Berge dringt,
Schnell eine neue Welt vor seinem Aus entspringt,
Und Reiz die große Weite zieret,
So sich der Blick voll reger Lust verlieret:

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Denn Fluren, die von Blumen důften,
Gefilde, voll Gefangs und heerdenvolle Triften;
Und hier frystallne Fluth, vom grünen Wald umtrånzt;
Dort ferner Thürme Gold, das durch die Wolken

glånzt,
Begegnen ihm, wohin er blicket
So wird mein Seift auf seinem Flug' entzůdet,

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Ich habe mich empor geschwungen!
Wie groß wird mir die Welt! die Erde flieht verschluns

gen;
Sie nacht nicht mehr allein die ganze Schdpfung aus!
Welch kleines Theil der Welt ist Rheens finstres Haus!
Und, Menschen, welche kleine Heerde
Seid ihr nur erst auf dieser kleinen Erde!

3

Gonnt gleiches Recht auf unfrem Balle
Geschdpfen andret Art! Jhr Schöpfer liebt sie alle:
Die Weisheit selbst entwarf der kleinsten Fliege Glück;
Shr Schicksal ist bestimmt, so gut als Roms Geschick,
Und als das Leben einer Sonne,
Die glånzend herrscht in Gegenden der Wonne.

Seht, wie in ungemeßner Ferne
Orion und sein Heer, ein Heer bewohnter Sterne,
Por seinen Schopfer sich in lichter Ordnung drångt!
Er sieht, Er sieht allein, wie Sonn an Sonne hångta
lind wie zum Wohl oft ganzer Welten
Ein llebel dient, das wir im Staube scheltena
Er sieht mit heiligem Vergnügen
Auf unsrer Erde selbst sich alle Tiefen fügen,
Und Ordnung überall, auch wo die Tugend weint:
und findet, wenn sein Blick, was 188 und Finster

scheint,
Im Schimmer feiner Folgen fiehet,
Daß, was geschieht, aufs beste ftets geschiehet,
Es leide mit gepriesnem Muthe
Die Gattin Collatins! Es feimt aus ihrem Blute
Die Freiheit eines Volfs, die einst Catone zeugt;
Bis fühne Tyrannei, vom Laster groß gesåugt,

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