Vridankes Bescheidenheit

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Dieterich, 1834 - 438 sider
 

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Side cxiv - ... und Urtheil des ganzen Volkes aus, mit dem es beides Wahrheit und Irrthum theilt, und braucht, da es den Ertrag langer Erfahrung enthält, seinen Aussprüchen nicht erst Eingang zu verschaffen. Dieses gemeinsame, Deutschland überhaupt zugehörige ist der eine Bestandtheil, der andere ist Freidanks eigener Geist, der das überlieferte gesammelt und geläutert hat. Darf ich ein Gleichnis gebrauchen, so hat er eine wild und frei strömende Quelle durch die Einfassung mit Werkstücken in einen zugänglichen...
Side cxiv - Das Sprichwort, das gleich einem Funken bei unerwarteter Berührung dem Geiste entlockt wird, drückt ohne Vorbereitung und Nachsinnen das Gefühl und Urtheil des ganzen Volkes aus, mit dem es beides Wahrheit und Irrthum theilt, und braucht, da es den Ertrag langer Erfahrung enthält, seinen Aussprüchen nicht erst Eingang zu verschaffen. Dieses gemeinsame, Deutschland überhaupt zugehörige ist der eine Bestandtheil, der andere ist Freidanks eigener Geist, der das überlieferte gesammelt und geläutert...
Side xxix - ... Behandlung eines solchen Gegenstandes eine gewisse Ordnung und Verbindung von selbst sich einfand. Freidank mochte zuerst von göttlichen Dingen, von dem Weltbau, von der Erde und ihren Geschöpfen geredet haben, dann zur Betrachtung des Menschen, seiner sittlichen Natur und seinen äußeren Verhältnissen übergegangen seyn, womit sich historische Betrachtungen der Gegenwart leicht verflechten ließen: Hinfälligkeit, Tod und Auferstehung bildeten den Schluß. Eine Nebenidee, ein überraschender...
Side cx - Vierzeiler wie die meisten des 13. Jahrhunderts zeugen von der typisch maßvollen Haltung, die der höfischen Dichtung anstand. Ausgesprochener Witz und Humor gehen ihnen noch ab, eher kann man vielleicht mit W. Grimm von „jener wohlmeinenden Ironie" reden, „die denen eigen zu sein pflegt, vor welchen sich die Erfahrungen eines langen, vielfach bewegten Lebens ausbreiten.
Side xxix - scheint nichts natürlicher als daß bei dichterischer Behandlung eines solchen Gegenstandes eine gewisse Ordnung und Verbindung von selbst sich einfand ... ein innerer Zusammenhang muß doch das Ganze gebunden und den Ursprung aus einem Geiste bewährt haben.
Side xxix - ... höheren Kritik thue. Freidank war ein unbefangener, die Welt mit festem Blick anschauender Geist, davon legt jede Zeile seines Gedichtes Zeugnis ab; er hat gewiß nicht vorsätzlich gesammelt, noch daran gedacht das überlieferte lebendige Wort, die Weisheit des Volkes, die bei ihm eine gute Stätte gefunden hatte, nach einem ausgesonnenen System in Reihe und Glied zu stellen: dagegen scheint nichts natürlicher als daß bei dichterischer Behandlung eines solchen Gegenstandes eine gewisse Ordnung...
Side cx - Kreiß, den er überschaut, ist keineswegs beschränkt: das große wie das kleine berührt er, fast alles, wovon das Leben damals erfüllt war. Und wie geistreich thut er es, wie unbefangen und wie frei von einseitigen Richtungen! die alleingültige Wahrheit war noch nicht entdeckt, gerne läßt er verschiedene Meinungen zu Worte kommen , und zeigt fast immer Mäßigung , Billigkeit und jene wohlmeinende Ironie , die denen eigen zu sevn pflegt, vor welchen sich die Erfahrungen eines langen, vielfach...
Side cxxiv - Bedenke ich die vorhin bemerkte Gleichheit in den allgemeinen Ansichten und in dem Urtheile über die Gegenwart wie die ähnliche Stimmung des Geistes, so kann ich die Vermuthung nicht abweisen, daß Freidank kein anderer sey als Walther von der Vogclweide selbst[!], ja sie hat mir einen nicht geringen Grad von Wahrscheinlichkeit.
Side cx - Freidanks Zeit war bei dem Zwiespalte der geistlichen und weltlichen Macht in ihren Grundfesten erschüttert, sie konnte dem Zweifel nicht mehr entgehen, und ungewiß, welchen Weg sie wählen follte, gab selbstsüchtige aber kräftige Persönlichkeit oft den Ausschlag.
Side cxix - Das subtile und abstracte, das hier und da zum Vorschein kommt, möchte dem Dichter allein zugehören, in dem derben und sinnlichen aber das volksmäßige Element sich bewähren". 11 Vgl. Pfeiffer, Untersuchungen, S. 5 5 : „Kurz, alles vereinigt sich zu dem beweise, daß Freidank, weit entfernt, der schöpferische geist zu sein, wozu ihn W. Grimm stempeln möchte, im grunde wenig mehr...

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